13.11.09 07:03

Gefahrgutunfall

 

Informationen:

Alarmstichwort:  umwelt3
Einsatzgebiet:  Süd
Straße: Ostertweute
Zeit: 07:03 Uhr

Eingesetzte Kräfte:

- Löschzug Nord:  Kdow, HLF, TLF-60, VLF, WLF 1, WLF 2, AB-Atemschutz, AB-Öl, AB ZBV, AB Mulde, GW-Logistik,
- Löschzug Ort: HLF, LF-20/16
- Löschgruppe Süd: TLF-40, TLF-16
- LZG Dithmarschen
- LZG Steinburg
- LZG Pinneberg
- Feuerwehr Eddelak
 

- Rettungsdienst
- Polizei

 

Bericht Brunsbütteler Zeitung vom 14.11.2010

Großalarm vorm SAVA-Tor

Ein Container mit Lack- und Holzresten hat gestern einen Großeinsatz auf der Südseite ausgelöst. Aus dem ganzen Land rückten auf Gefahrguteinsätze spezialisierte Kräfte an, um die Gemeindewehr zu unterstützen.
Es ist kurz vor 7 Uhr, als der Fahrer des Lkws einer Gütersloher Spedition leichten Rauch aus dem Container hinter sich aufsteigen sieht. Eigentlich wollte er von der Ostertweute auf das Betriebsgelände der Sonderabfallverbrennungsanlage (SAVA) fahren, um seine Ladung – mit Holz versetzte Farbreststoffe – abzuliefern. Daraus wird nichts: Der Lastzug muss draußen auf der Straße bleiben – und fällt damit in die Zuständigkeit der öffentlichen Feuerwehr.
Die wird um 7:03 Uhr mit Vollalarm in Marsch gesetzt. Gemeindewehr und Einsatzkräfte des Löschzugs Gefahrgut (LZG) Dithmarschen sind zügig am Ort des Geschehens. Die Lage ist zunächst unklar: Hat der Lkw tatsächlich das geladen, was in seinen Begleitpapieren steht? Erste Messungen werden unternommen, später auch Proben aus der schlackigen Pampe gezogen. Die ausgasenden Stoffe halten die Einsatzkräfte mit einem dichten Wassernebel in Schach. Sicherheitshalber werden Bayer und die unmittelbaren Nachbarn informiert – der Wind drückt aus Süd, rüber in den Industriepark. Deshalb verzichtet die Polizei auch darauf, die Südseitenbewohner, die westlich von der Einsatzstelle leben, aufzuschrecken. Fortlaufende Messungen an verschiedenen Stellen im Umkreis zeigen: Für sie besteht keine Gefahr. Die Proben werden derweil im SAVA-Labor analysiert – und decken sich mit den Angaben in den Begleitpapieren. Wie aber kam es dann zu der thermischen Reaktion? Auch die Experten können sich zunächst keinen Reim darauf machen.
Sie haben aber das Problem am Hals. In diesem – unsicheren – Zustand will die SAVA den Container nicht auf das Betriebsgelände lassen. Deshalb müssen die Einsatzkräfte nun erstmal diesen sicheren Zustand herstellen. Und das ist personal- und materialintensiv. Weil der Einsatz unmittelbar an der Gefahrenstelle nur unter Vollschutz zulässig ist, entsprechend ausgerüstete Einsatzkräfte allerdings nur gut 20 Minuten in Chemikalienschutzanzügen und unter Pressluftatmer arbeiten können, wird jede Menge Personal benötigt. Nachdem schon am Morgen der LZG Steinburg nachalarmiert wurde, rücken im weiteren Verlauf des Tages auch Gefahrgut-Experten aus den Kreisen Rendsburg-Eckernförde und Pinneberg nach.
Gegen 15 Uhr – die Einsatzkräfte hatten einen Teil der Ladung in kleinere Behältnisse umgeladen – dann die Meldung: Keine thermische Reaktion mehr, die Ladung ist sicher. Nun gibt auch die SAVA grünes Licht, lässt die Behälter auf ihr Gelände schleppen. Zehn Stunden nach dem ersten Alarm rücken schließlich die letzten Feuerwehrleute ein. Rund einhundert waren den Tag über im Einsatz. Kleine Ursache – viel Aufwand.

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