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Hafenfeuerwehr
Die Feuerwehr Brunsbüttel übernimmt eine zentrale Rolle beim Brand- und Gefahrenschutz im Bereich der Brunsbütteler Häfen und des Nord-Ostsee-Kanals. Als Stadt mit einem bedeutenden Hafenstandort sowie der Schleusenanlage gehört der maritime Einsatzbereich fest zum Aufgabenprofil der Feuerwehr.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Brandbekämpfung auf Schiffen, in Hafenanlagen und in unmittelbarer Nähe des Kanals. Solche Einsätze stellen hohe Anforderungen an das Einsatzpersonal, da häufig Gefahrgut an Bord ist, eingeschränkte Zugänge bestehen oder besondere Löschtechniken erforderlich sind. Die Feuerwehr Brunsbüttel verfügt hierfür über speziell ausgebildete Kräfte und passende Ausrüstung.
Ein weiteres wichtiges Einsatzfeld ist der Umwelt- und Gewässerschutz. Bei Havarien oder Leckagen von Gefahrstoffen ist die Feuerwehr Brunsbüttel mit dafür zuständig, Ausbreitungen zu verhindern und erste Maßnahmen zur Schadensbegrenzung zu ergreifen – insbesondere bei Einsätzen rund um die Schleusen oder im Bereich des Elbehafens.
Auch technische Hilfeleistungen gehören zum Alltag: dazu gehören unter anderem das Retten verunfallter Personen auf Schiffen.
Die Feuerwehr Brunsbüttel arbeitet eng mit der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung, der Polizei sowie weiteren Behörden und Organisationen zusammen. Besonders bei größeren Lagen, etwa bei Einsätzen in den Schleusen, ist eine koordinierte Zusammenarbeit entscheidend.
Insgesamt leistet die Feuerwehr Brunsbüttel einen unverzichtbaren Beitrag zur Sicherheit der Hafenanlagen und der Schifffahrt – und sorgt damit für einen reibungslosen Ablauf in einem der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte Schleswig-Holsteins.
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Industriebrandbekämpfung
Brunsbüttel ist ein bedeutender Industrie- und Hafenstandort – mit Chemiebetrieben, Tanklagern, Hafenanlagen und den Schleusen des Nord-Ostsee-Kanals. Diese Vielfalt erfordert besondere Fähigkeiten unserer Feuerwehr.
Unsere Einsatzkräfte sind auf die Brandbekämpfung in Industrieanlagen und Häfen spezialisiert. Dazu verfügen wir nicht nur über moderne Fahrzeuge und Spezialtechnik – unsere Mitglieder absolvieren zudem eine besondere Ausbildung in Rotterdam, einem der größten Industrie- und Hafenstandorte Europas. Dieses zusätzliche Training macht uns besonders schlagkräftig, wenn es darauf ankommt.
Gemeinsam mit den ortsansässigen Unternehmen und durch regelmäßige Übungen stellen wir sicher: Menschen, Umwelt und Industrieanlagen sind bei uns in guten Händen – rund um die Uhr.
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Ölwehr
In Schleswig-Holstein gibt es speziell ausgebildete Ölwehren, die für die Bekämpfung von Schadstoffen auf Gewässern zuständig sind. Diese Einheiten arbeiten im Verbund und sind beim Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN), der unteren Küstenschutzbehörde, angesiedelt. Die Feuerwehr Brunsbüttel gehört mit ihrer Ölwehr 12 zu diesem Verbund.
Die Nordsee, die Ostsee und der die beiden Meere verbindende Kanal gehören zu den meistbefahrenen Seegebieten der Welt.
Bei Schadstoffen spricht man generell von allen Stoffen, die schädigend auf Wasserlebewesen wirken. In der Praxis der Schadstoffunfallbekämpfung handelt es sich dabei in den weitaus meisten Fällen um Öl. Daher hat sich für diesen Bereich der Name „Ölwehr“ eingebürgert. Das Havariekommando übernimmt die Gesamteinsatzleitung bei großen Unfällen auf See oder allgemein komplexen Schadenslagen. Das heißt, wenn mehrere Einsatztätigkeiten gleichzeitig notwendig werden.
Die landeseigenen Ölwehren werden in einem zweistufigen System eingesetzt. Während wir als Feuerwehr kurzfristig den Soforteinsatz übernehmen und dafür sorgen, dass kein weiteres Öl austritt bzw. ausgetretenes Öl mithilfe von Sperren eingegrenzt wird, rücken für die länger dauernde Aufnahme des Öls vom Wasser oder von Land die THW-Einheiten aus.Die Zusammenarbeit zwischen THW, Feuerwehren und dem LKN ist entscheidend für eine effektive Schadstoffbekämpfung. Jährliche Geräteübungen dienen der Vorbereitung auf Ernstfälle und der Verbesserung der Zusammenarbeit.
Der LKN ist für die Organisation der Schadstoffunfallbekämpfung auf Bundes- und Landesgewässern zuständig und stellt teilweise die Ausstattung für die Ölwehren bereit.Für die Bekämpfung von Ölverschmutzungen auf Gewässern wurde der Feuerwehr Brunsbüttel ein Mehrzweckboot vom LKN zur Verfügung gestellt. Unser Boot „Mok Wi“ wurde 2009 gebaut, hat eine Länge von 5,55 m und einen Außenborder mit 90 PS. Das Boot lässt sich mit unserem WLF 1 an verschiedenen Stellen am Nord-Ostsee-Kanal und Elbe zu Wasser lassen. Der Abrollbehälter Ölwehr ist unter anderem mit mehr als 300 Metern Festkörpersperren ausgestattet. Des Weiteren befinden sich Materialien zum Befestigen der Ölsperren und Einwegölsperren auf diesem Abrollbehälter. Dieser lässt sich an der Oberseite aufschieben. Dadurch ist gewährleistet, dass eine bessere Entnahme und eine gute Verstauung der Ölsperren möglich ist.
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First-Responder
Unsere First Responder sind speziell ausgebildete Feuerwehrkräfte, die bei medizinischen Notfällen in unserer mitalarmiert werden, wenn ein Rettungsmittel die Hilfsfrist in der vorgeschriebenen Zeit nicht einhalten kann. Sie überbrücken die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes und leisten dabei lebensrettende Erste-Hilfe – vom Herz-Lungen-Wiederbelebungseinsatz, Atemnot bis zur Betreuung lebensbedrohlich verletzter oder erkrankter Personen. Ausgerüstet mit modernster Notfalltechnik und medizinischem Know-how rücken die First Responder aus, sobald ein Notruf eingeht.
Unsere First Responder arbeiten ehrenamtlich, rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr.Weil Hilfe keine Pause kennt – wir sind für Sie da.
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Brandschutzerziehung/Brandschutzaufklärung
Die Aufgaben der Feuerwehren manifestieren sich in den Schlagworten „Bergen, Löschen, Retten, Schützen“. In der öffentlichen Wahrnehmung reduzieren sich die daraus ergebenden Aufgabenfelder oft auf das Löschen von Bränden und die technische Hilfeleistung bei Unfällen, Unglücken und Großschadensereignissen aller Art. Doch die vier genannten Tätigkeiten beinhalten viel mehr als das Löschen von Bränden und die Durchführung von Technischer Hilfe, wobei ein nicht unerheblicher Anteil auf die präventive Arbeit im Brandschutz entfällt.
Die Feuerwehr Brunsbüttel mit ihren ehrenamtlichen Mitgliedern sind neben Einsätzen und der Einsatzvor- und -nachbereitung, den Ausbildungsdiensten sowie der Fahrzeug- und Gerätepflege auch in der Brandschutzerziehung und -auklärung tätig. Dies ist gem. § 6 Absatz 2 des Gesetzes über den Brandschutz und die Hilfeleistungen der Feuerwehren (BrSchG) eine pflichtige Tätigkeit der Feuerwehr. Jedoch ist es nicht die gesetzliche Grundlage, die uns dazu bewegt, die Brandschutzerziehung und -aufklärung durchzuführen. Der Feuerwehr Brunsbüttel die Notwendigkeit der Brandschutzerziehung und -aufklärung bewusst und dem Leitbild folgend, oberste Priorität für die Sicherheit der Einwohner*innen der Stadt Brunsbüttel zu sorgen, indem Menschen, Tiere, Sachwerte und die Umwelt vor Gefahren durch Brände, Unfälle und Katastrophen geschützt werden. Unsere Brandschutzerziehung richtet sich an Kindergärten, Schulen, Vereine und interessierte Bürger*innen. Ziel ist es, Gefahren früh zu erkennen, Risiken zu vermeiden und im Ernstfall richtig zu handeln.
In Kindergärten und Schulen zeigen wir spielerisch, wie Brände verhindert werden und wie man im Notfall richtig reagiert. Die Kinder lernen unter anderem:
- den richtigen Notruf (112) abzusetzen
- welche Gefahren von Feuer und RAuch ausgehen
- sich bei Feuer und Unfällen richtig zu verhalten
- den sicheren Umgang mit Kerzen und Streichhölzern
Erwachsene informieren wir regelmäßig über Brandverhütung, Rauchmelderpflicht, Fluchtwege, den Umgang mit Feuerlöschern und das richtige Verhalten bei Bränden und Unfällen.
Mit praktischen Vorführungen und Mitmachstationen sowie realitätsnahen Übungen möchten wir Wissen fest verankern, Ängste abbauen und Handlungssicherheit vermitteln.
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Feldküche
Ob Großveranstaltung oder Übungstag – unsere Feldküche ist mehr als nur ein mobiler Kochplatz. Sie ist Treffpunkt, Versorgungsstation und Ort für gute Gespräche.
Mit ihr können wir große Gruppen schnell und zuverlässig mit warmen Mahlzeiten versorgen – von herzhaften Suppen und Eintöpfen bis zu Klassikern wie Gulasch oder Erbsensuppe. Die Feldküche kommt nicht nur bei Feuerwehrveranstaltungen zum Einsatz, sondern unterstützt auch Vereine, Gemeindeaktionen und Katastrophenschutzeinsätze.
Bedient wird sie von unserem engagierten Küchenteam, das mit viel Erfahrung, Organisationstalent und einer Prise Humor dafür sorgt, dass es allen schmeckt. Denn wir wissen: Gut versorgt arbeitet es sich besser.
Unsere Feldküche steht für Gemeinschaft, Einsatzbereitschaft und ein Stück Heimat – und ist jedes Mal ein kleines Highlight, wenn der Duft frisch gekochter Speisen durch die Luft zieht.
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Sir Henry
Unser Sir Henry ist ein echtes Einzelstück. Das Fahrzeug wurde mit Hilfe der Freiwilligen Feuerwehr Brunsbüttelkoog für den Brandschutz des damaligen landeseigenen Elbehafen entwickelt. Es wurde 1967 von der Feuerwehr übernommen. Insgesamt wurden nur sieben Fahrzeuge von diesem Typen gebaut. Fünf Fahrzeuge dieser Serie wurden 1968 mit einem Frachtschiff nach Saudi-Arabien verschifft. Sie sollten dort in Raffinerien eingesetzt werden. Bei der Überfahrt kam es im Mittelmeer zu einer Schiffshavarie. Die fünf Fahrzeuge liegen seitdem auf dem Grund des Mittelmeeres. Das andere Fahrzeug wurde stillgelegt und verschrottet. Unser Sir Henry wurde 1996 stillgelegt und stand bis 2023 als Dauerleihgabe im Feuerwehrmuseum Schleswig-Holstein in Norderstedt. Seit Juni 2022 steht das Fahrzeug wieder bei der Feuerwehr Brunsbüttel. Der Förderverein der Feuerwehr Brunsbüttel e.V. übernimmt die laufenden Kosten für dieses Fahrzeug und eine Gruppe der Feuerwehr Brunsbüttel kümmert sich liebevoll um Sir Henry. Diese nehmen regelmäßig an Sternfahrten und Oldtimertreffen teil.
Fahrzeugdaten:
ZLF 4500
Zumischer-Löschfahrzeug
Mercedes-Benz LAK 1620 B
Baujahr 1967
Motor: Sechszylinder Dieselmotor (210 PS bei 2.200 U/min)
Aufbau: Gebr. Bachert
Bezeichnung: TLF-S 4500
Besatzung 1/2
Pumpe: FP 16/8 - S 3500 l/min
Schaummitteltank: 4500 l